Ratenkauf – eine Chance für arbeitslose Konsumenten?

Große Sprünge können sich Arbeitslose als Empfänger von Leistungen nach dem System Hartz IV ganz ohne Frage nicht erlauben. Um diese Aussage bestätigen zu können, müssen Verbraucher nicht zwingend selbst in die Situation eines Leistungsbezugs kommen. Von einer Basisleistung in Höhe von rund 400 Euro kann kaum das normale Leben finanziert werden, wie Millionen Deutsche bestätigen können. Stehen dann auch noch außerplanmäßige Ausgaben aufgrund notwendiger Anschaffungen oder Reparaturen ins Haus, spitzt sich die finanzielle Lage in vielen Fällen nochmals dramatisch zu. Die Vermutung, dass beispielsweise der Kauf eines neuen Kühlschranks oder anderer unverzichtbarer Gegenstände für den Haushalt generell – also ohne jedes Wenn und Aber auf Kreditbasis ausgeschlossen ist – entspricht nicht ganz den Tatsachen.

Auch wenn Hartz IV-Bezieher bei Kreditinstituten und Banken nicht unbedingt den besten Ruf haben mögen, Chancen auf Bewilligung eines Antrags haben potentielle Antragsteller durchaus, wenn sie sich die Zeit für die Suche nach eine guten Angebot machen.

Viele Anschaffungen können über Ratenkäufe finanziert werden

Wer also dringend Möbel oder Haushaltsgeräte finanzieren möchte bzw. muss, weil das nötige Kapital im Moment einfach fehlt, sollte nur genau genug vergleichen und wissen, auf welche Fakten dabei zu achten ist. Denn Ratenkauf ist eben nicht gleich Ratenkauf.

Richtig ist:

Beim klassischen Ratenkredit zur Finanzierung von Konsumwünschen haben Arbeitslose tatsächlich oft sprichwörtlich schlechte Karte. Einen ausdrücklichen Kredit für Arbeitslose haben viele Banken nicht im Portfolio.

Handel bietet zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten

Wer jedoch den Umweg über Handelsunternehmen wie einen Supermarkt oder eine Elektronikmarktkette geht, kommt durchaus in den Genuss eines Darlehen, das Arbeitslosen die Anschaffung ebenso ermöglicht wie Konsumenten mit regelmäßigem Einkommen. Diese Anbieter kooperieren vielfach mit ihrer Hausbank, um auf diese Weise die Verkaufszahlen zu steigern. Der Vorteil für Kunden besteht darin, dass solche Ratenkäufe natürlich auch eine Schufa-Abfrage als obligatorischen Schritt in der Vorbereitungsphase des Kredits für Arbeitslose (wie auch Berufstätige) beinhaltet; während beim normalen Ratenkredit einer Bank ohne Zweckbindung in aller Regel die Höhe des monatlichen Einkommens eine Rolle spielt, ist diese bei einem Ratenkauf im Handel zumeist eher nicht von Bedeutung.

Nicht nur positive Eigenschaften bei Kauf auf Raten

Dies ist aus Expertensicht genau genommen Segen und Fluch zugleich. Positiv ist zu vermerken, dass ein Finanzierungskauf entsprechend mit geringerem bürokratischen Aufwand und besseren Bewilligungschancen verbunden ist. Kritiker sehen jedoch genau darin durchaus ein Problem. Denn die allzu freigiebige Finanzierungspolitik der Anbieter ist eine Verlockung für manchen Verbraucher ohne eigenes Einkommen, es nicht bei einer Kreditaufnahme zu belassen. Bei zwei, vielleicht auch drei Darlehen mag das Konzept bei kleinen Monatsraten aufgehen. Doch angesichts der geringen Mittel, die pro Monat zur Verfügung stehen, ist das Risiko einer Verschuldung als durchaus groß zu bewerten nach Auffassung von Verbraucherschützern. Dies betrifft im Übrigen auch Geringverdiener, die ihrerseits jeden Cent benötigen, um den normalen Alltag zu finanzieren. Die Händler, die einen Arbeitslosendarlehen dieser Art für den Ratenkauf vermitteln, stehen den Kundenschicksalen später im Grunde gleichgültig gegenüber. Sie haben ihren Umsatz verbucht, die Zahlungen erfolgen schließlich an den eigentlichen Finanzierer.

Finanzierung läuft auch bei Rückgabe & Umtausch weiter

Ein Dilemma für Kreditnehmer: Selbst wenn sie ihre erworbenen Waren im Rahmen des gesetzlich geregelten Rückgaberechts an den Händler zurückgeben, können nach Ablauf der normalerweise 14-tägigen Widerrufsfrist weiterhin Zahlungen fällig werden. Ein Ärgernis, das vor allem Loch ins Budget reißt, wenn die Gelder ohnehin schon ausgesprochen knapp bemessen sind. Es muss also geprüft werden, ob Verträge mit alle Bestandteilen rückabgewickelt werden. In besonderer Weise gilt dies für sogenannte Restkreditversicherungen, die bei vielen Anbietern zum Darlehen gehören. Sie können nicht nur unverhältnismäßig teuer sein. Sie können auch weiterlaufen, wenn die Finanzierungsverträge aufgelöst wurden, weil Kunden waren zurückgegeben haben.

Gute Bonität reicht vielfach für Bewilligung

Dass allein die positive Bonität (Kreditwürdigkeit) ausreicht, um einen Ratenkauf tätigen zu können, ist also mitunter eine Versuchung, der mancher Konsument nicht widerstehen kann. Wer bisher keine Schulden hat, kann im Fall der Fälle den Geldgebern sogar ein Schnippchen schlagen und zeitgleich mehrere Finanzierungen innerhalb kurzer Zeit beantragen. Dies ist nicht als Empfehlung zu verstehen, sondern soll nur eine Bestandsaufnahme rund um das Thema der Kredite für Arbeitslose sein. Wer immer pünktlich alle Rechnungen begleicht und keine Schulden (nicht einmal in Form des Dispokredits) vorweisen kann, wird beim Ratenkauf ungeachtet der finanziellen Möglichkeiten zumindest bei Summen im dreistelligen oder geringen vierstelligen Bereich kaum auf Probleme stoßen. Einen Autokredit jenseits der Marke von 10.000 Euro ist eher mit einer umgehenden Ablehnung der Anträge zu rechnen.

Kostenlose Kredite sind nicht immer gratis

Ein Argument gegen die Inanspruchnahme eines Ratenkaufvertrags sind die Kosten. Denn auch wenn in dieser Sparte gerne mit dem Begriff der Null-Prozent-Finanzierung geworben wird, fallen die Kosten unterm Strich meist höher als beim Direktkauf aus. Dies gilt auch für Bestellungen über Online-Shops. Die Gefahr, in die Schuldenfalle zu tappen, sollten Kreditnehmer in spe stets in Betracht ziehen, bevor sie Dinge anschaffen, die vielleicht nicht unbedingt benötigt werden. Ganz gleich, wie interessant es auch scheinen mag, binnen weniger Minuten im WWW oder im Handel mal eben einen neuen Fernseher zu erwerben. Vor allem sollten – wenn es schon eine Finanzierung beim Einkauf sein muss – Kreditnehmer auf die Ratenhöhe achten. Bleibt die fristgerechte Ratenzahlung wiederholt aus, kommt es zu negativen Einträgen bei der Schufa. Auch werden Mahngebühren fällig. Im Ernstfall melden sich früher oder später Inkassounternehmen oder der Gerichtsvollzieher.

Vorausschauend planen und nur wirklichen Bedarf finanzieren

Die Überschuldung hat so letzten Endes unter Umständen zur Folge, dass Verbraucher keinen Kredit für Arbeitslose mehr erhalten können, wenn es irgendwann wirklich unverzichtbar ist, weil vielleicht die Spülmaschine endgültig ihren Dienst verweigert. Zudem können selbst Minibeiträge für den Ratenkauf eine ernste Belastung der Haushaltskasse sein. Wer monatlich nur 400 Euro vom Amt erhält, kann sich kaum die erlauben, 10 % vom „Einkommen“ für Kreditraten auszugeben. Deshalb sollte der Ratenkauf für Menschen ohne fest Anstellung und Einkommen nur im wirklichen Notfall das Mittel der Wahl sein.

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