Arbeitslosenkredit – Zinsen sind wichtig, aber nicht alles

Studiert man Ratgeber rund um das Thema Kredite für Arbeitslose, fällt sehr rasch vor allem ein Punkt auf: Viele Experten konzentrieren sich in ihren Analysen und Empfehlungen in Richtung potentieller Kreditnehmer weitgehend auf die Zinssätze, die Geldgeber in spe ihren Kunden in den Produktbeschreibungen nennen. Und in der Tat ist dieser Aspekt natürlich einer der elementaren Dreh- und Angelpunkte für jeden Vergleich, mit dem sich Kreditnehmer vor der Antragstellung eingehend beschäftigen müssen. Im eigenen Interesse, denn letzten Endes muss ich als Bankkunde selbst für alle Kosten aufkommen. Kreditzinsen sind selbst dann ein Thema, wenn Verbraucher waschechte Privatkredite im Freundes- und Bekanntenkreis erhalten. Denn hier raten Branchenkenner gerade unter steuerlichen Gesichtspunkten zum Anfertigen eines präzisen Kreditvertrags, um den Verdacht einer versteckten Schenkung von Seiten des Finanzamtes von Anfang an gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Woher stammen die Kreditangebote für Arbeitslose eigentlich?

Zinsen beim Arbeitslosenkredit sind – so lässt es die Einleitung bereits offensichtlich vermuten – ein wichtiger, aber eben nur einer von vielen Punkte, die bekannt sein müssen.

Noch wichtiger: Kreditnehmer sollten darauf achten, dass ihnen der effektive Jahreszins genannt wird. Gerade bei Darlehen für Arbeitslose, die von Auslands-Anbietern offeriert werden, greift nicht immer die in der EU geltende Verbraucherkreditrichtlinie. Diese Richtlinie sorgt dafür, dass Anbieter nur Zinssätze bewerben dürfen, die für wenigstens 2/3 aller Antragsteller nachweislich realisierbar wären im Falle einer Antragsbewilligung.

Ein gutes Beispiel, weshalb nicht nur der (aktuelle) Jahreszins eine Rolle spielen kann, sind typische Dispositionskredite. Zum einen handelt es sich in diesem Bereich um veränderliche Zinssätze, die von Banken recht flexibel an veränderte Marktbedingungen (vor allem den Leitzinssatz) angepasst werden können, was einen Kostenanstieg für Kontonutzer bedeuten kann.

Zinsen bei Arbeitslosenkrediten aus dem Ausland genau studieren

Auch kann eine Überziehung des Dispos weitere Zinskosten nach sich ziehen. Auf einen individuellen Überziehungsrahmen fürs Girokonto aber müssen Arbeitslose aber ohnehin meist verzichten, da sie kein regelmäßiges Einkommen vorweisen können. Einen Ratenkredit für Arbeitslose aber bietet der Markt auch und gerade wegen des Wachstums und die Öffnung des deutschen Kreditsektors für Banken und Kreditvermittler aus dem (europäischen) Ausland durchaus erhältlich. Hier sollte das Augenmerk von Interessenten weitgehend auf den genannten möglichen Gebührenunterschieden und insbesondere Extrakosten, die hierzulande nicht zulässig sind, liegen.

Abweichungen können an verschiedenen Stellen auftauchen:

  1. Bearbeitungsgebühren (die in Deutschland bei Verbraucherkrediten unzulässig sind)
  2. Gebühren für die nachträgliche Zusendung von Kreditunterlagen und -Abrechnungen
  3. Entgelte für zwischenzeitliche Sondertilgungen und vorzeitige Ablösung („Vorfälligkeit“)
  4. Kosten für den Kontakt zum Support der Kreditanbieter
  5. Optionale Zinsänderungen während der Laufzeit

Zinsen beim Ratenkredit sind nicht variabel

Gerade Punkt 5 sollte beim Arbeitslosenkredit ein Ausschlusskriterium sein, da solche Fallstricke auf eine fehlende Seriosität schließen lassen. Abermals sind Dispo- wie auch Abrufdarlehen im Ernstfall ein anderes Thema, das mit dem klassischen Ratenkredit ohne drohende Zinsanpassungen nicht direkt verglichen werden kann. Die übrigen Punkte aus der Übersicht sollten allgemein bei jedem Kredit im Mittelpunkt der Analyse stehen. Eine Ausnahmestellung nehmen diesbezüglich Gebühren für Sondertilgungen und eine vollständige Kredittilgung (Stichwort: Umschuldung) vor der geplanten Laufzeitende ein.

Ablösungsgebühren und Einsparpotential in Relation setzen

Zumeist erlauben Kreditinstitute solche Ablösungen spätestens nach Ablauf einer gewissen Sperrfrist, jedoch ist die Umsetzung der vorfälligen Kündigung nicht immer kostenfrei möglich. Gebühren können beim Kredit für Arbeitslose darüber hinaus entstehen, wenn Raten nicht planmäßig gezahlt oder abgebucht werden können. Ausfallentgelte sind ebenso an der Tagesordnung wie bei Rückbuchungen vom für die Tilgung angesetzten Monatsraten vom Referenzkonto, falls Konten keine ausreichende Deckung aufweisen. Stammen die Darlehen für Arbeitslose nicht von der kontoführenden Bank, zeigen sich diese im Hinblick auf Kontoüberziehungen meist wenig kulant.

Auf die Gesamtheit aller Kostenaspekte kommt es an

Schaut man sich alle infrage kommenden Nebenkosten an, bestätigt diese Liste, weshalb die Arbeitslosenkredit-Zinsen allein zwar durchaus eine große Aussagekraft haben, aber dennoch nicht vollends abbilden, welche Kosten arbeitslosen Kreditnehmern entstehen. Richtig ist ebenfalls, dass gerade Antragsteller mit negativen Schufa-Einträgen an sich schon mit einem eindeutig höheren Jahreseffektivzinssatz rechnen müssen. Schufa-freie Kredite verbessern zwar die Chancen auf eine positive Entscheidung, führen aber generell zu einem Anstieg der Kreditzinsen und oft auch der übrigen Gebühren, die mit Darlehen verbunden sind.

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